Neu: Weingut Georg Breuer

Ein Samstag im kalten Januar. Auf dem Weingut sind alle Parkplätze frei. Die neue (oder neu renovierte) halle des lagers steht modern da und bindet sich überraschend gut in das historische Ensemble des Weinguts im Rüdesheimer Ortskern ein. Durch die große Glasfront (die ist wohl auch nicht so historisch) sieht man schon die hell erleuchtete Vinothek. Modern eingerichtet, große offene Flächen, moderne Gemälde, ein sehr langer Tresen. Man merkt, dass hier sonst mehr los ist, vor allem im Sommer, wenn die Touristen busweise angeliefert werden und mit der Seilbahn auf das Hochufer des Rheins gefahren werden.

Ich kenne die Weine von Georg Breuer schon länger und konnte Ende letzten Jahres über einen Großhändler eine gewisse Menge zu guten Konditionen ergattern. Wohlwissend, wie begehrt die Lagenweine sind, hatte ich es mit meinem kleinen Handel noch gar nicht direkt im Weingut versucht. Nun wollten wir an dem Wochenende raus aus dem trüben Frankfurt, das Rheinufer bietet sich zum Wandern zu jeder Jahreszeit an. Und weil wir in der Nähe waren schauten wir kurz unangemeldet vorbei.

Theresa Breuer war selbst in der Vinothek und empfing uns sehr herzlich. Aus dem spontanen Besuch wurde eine lange Verkostung und ein weiterer Einkauf. Und ein sehr spannendes Gespräch über die Region, die Lagen, die Art und Weise, wie Theresa ihre Weine macht. Wie ihre Rieslinge schmecken sollen.

Die Weine

Zunächst ein Wein, der kein Wein ist – aber mal einer war.
Mit anderen Winzern zusammen macht das Weingut einen alkoholfreien Wein. Und das spannende daran: Es ist ein trockener Riesling. Keine süße Frucht-limo. Kein aufgesprudelter „Secco“ der wirkt wie eine süße Saftschorle in aus der Sektflasche. Auch für alkoholfreie Weine braucht man erstmal einen Wein mit Alkohol. Der Alkohol wird entfernt und über recht komplizierte Verfahren die flüchtigen Aromen wieder zurückgeführt. Da er so gut wie keinen Restzucker hat liegt er bei gerade mal 20 kCal auf 100ml.

Man kann nicht erwarten, dass ein alkoholfreier Wein genauso schmeckt wie einer mit 12,5% Vol. Aber das Erlebnis ist deutlich näher an einem Wein als an einem Traubensaft. Ich habe mir selbst ein paar Flaschen mitgenommen. Als Alkoholfreie Alternative passt das besser zum Essen als die meisten Säfte oder anderen Getränke. Wirklich spannend und durchaus eine Empfehlung. Auch wenn ich ihn nicht offiziell im Sortiment habe – bei Interesse bitte melden.

Nun aber zu den anderen Weinen – allesamt Rieslinge:

Das Nordufer des Rheins westlich von Wiesbaden ist fast vollständig mit Wein bepflanzt. Es steigt über mehrere hundert Meter mehr oder weniger steil an. Hier gibt es Ebenen, Steillagen, Terrassen, und durch die Südausrichtung vor allem auch viel Sonne. Etwas westlich macht der Rhein dann eine Kurve und dreht fast um 90 Grad ab nach Norden. Und so kommt es, dass das kleine Anbaugebiet auf nur ca. 3.000 Hektar eine unfassbare Vielfalt in den Weinlagen mit sich bringt.

Beispiel: Berg Rottland und Berg Roseneck: Die beiden Weinberge werden durch einen Weg voneinander getrennt. Oberhalb des Wegs (Roseneck) ist das Gelände etwas flacher. Der Rottland unten drunter ist steiler, liegt am unteren Hangende und näher am Wasser. All das wirkt sich auf viele Faktoren aus: die Sonnenstunden, den Wind, die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Und so schmecken Weine von der einen Wegseite Jahr für Jahr anders, als die der anderen.

Riesling Sauvage 2020

Es gibt zwei Basis-Rieslinge, den Charm und den Sauvage. Wie die Name schon andeuten ist der Charm eher gefällig während der Sauvage etwas wilder ist. Wer mich kennt weiß, für welchen ich mich entschieden habe 🙂

Der Sauvage ist der trockene unter den beiden. Und wie alle Weine von Breuer ist er sensorisch trocken. Auf dem Papier hat er 6 Gramm Restzucker. Doch in Verbindung mit der Knackigen Säure und dem geringen Alkohol (11,5% Säure) wirkt er trocken und karg. Das zeigt auch schon im Einstieg sehr schön den Stil: Karge Weine, durchaus auch von der Säure getragen, die gut reifen können. Der Sauvage braucht keine Reife und ist zum sofortigen Trinken gedacht:

Gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, auch ein bisschen Honig und Bienenwachs. Eine Aromatic wie ein warmer Spätsommerabend. Dazu kommt eine sehr saftige Säure und leichte Salzigkeit und ein Hauch von Gerbstoffen im Mund.

Es gibt zwei Basis-Rieslinge, den Charm und den Sauvage. Wie die Name schon andeuten ist der Charm eher gefällig während der Sauvage etwas wilder ist. Wer mich kennt weiß, für welchen ich mich entschieden habe 🙂

Der Sauvage ist der trockene unter den beiden. Und wie alle Weine von Breuer ist er sensorisch trocken. Auf dem Papier hat er 6 Gramm Restzucker. Doch in Verbindung mit der Knackigen Säure und dem geringen Alkohol (11,5% Säure) wirkt er trocken und karg. Das zeigt auch schon im Einstieg sehr schön den Stil: Karge Weine, durchaus auch von der Säure getragen, die gut reifen können. Der Sauvage braucht keine Reife und ist zum sofortigen Trinken gedacht:

Gelbe Früchte, Pfirsich, Aprikose, auch ein bisschen Honig und Bienenwachs. Eine Aromatik wie ein warmer Spätsommerabend. Dazu kommt eine sehr saftige Säure und leichte Salzigkeit und ein Hauch von Gerbstoffen im Mund.

10,90 €

(14,53 €/L)

Rüdesheim Estate 2020

Einer der Ortsrieslinge des Weinguts. Auch hier ergibt die Kombination aus leichtem Restzucker, Säure und moderatem Alkoholgehalt einen spannenden Riesling. Der Rüdesheimer sagt mir von den drei Orten am meisten zu. In der Nase dominieren neben Zitrus und Apfelnoten vor allem würzige Kräuter. Der Wein ist etwas weniger verspielt und karger als der Sauvage, aber auch rauchiger und zupackender. Ein spritziger Riesling mit ordentlich Struktur, Salzigkeit und viel Trinkfluss.

15,90 €

(21,20 €/L)

Terra Montosa 2020

Der Terra Montosa ist eine Lagencuvee aus den Top-Lagen des Weinguts. Nachdem Georg Breuer nicht im VDP ist, können sie machen, was sie wollen. Der Terra Montosa ist ein Riesling nach dem Konzept der „Zweitweine“ in Bordeaux. Die Trauben der besten Lagen, die es aber nicht in die Lagenrieslinge schaffen. Die Qualität ist spürbar über den Ortsweinen und für mich ist der Terra Montosa ein Preis-Leistungs-Knaller. In Bordeaux gibt es die Binsenweisheit, in guten Jahrgängen Zweitweine zu kaufen, wenn selbst die Trauben der Zweitweine besser sind als die besten Trauben in schlechteren Jahrgängen.

Der 2020er Terra Montosa braucht eigentlich noch etwas Zeit. Die gelben Früchte und Kräuternoten sind da, aber etwas verhalten. Man merkt dem Wein beim Trinken sein großes Potential an. Zu Silvester hatten wir eine Magnum des 2018ers. Auch wenn die Jahrgänge unterschiedlich waren, konnte man da schön sehen, wie der Wein von zwei Jahren Reife profitiert.

23,90 €

(31,87 €/L)

Berg Roseneck 2015

Der Berg Roseneck ist eine der fünf großen Lagen des Weinguts. Allerdings die einzige, die Theresa immer erst dann auf den Markt bringt, wenn er eine gewisse (Flaschen-) Reife erreicht hat. Der 2015er ist also der „neue“ Jahrgang des Weins.

Spätestens hier sind wir jetzt in einer anderen Liga angekommen. Man spürt die Reife und der Wein hat sogar leichte Petrolnoten. Gleichzeitig hat er eine schöne Frische, Kräuternoten und Frucht. im Mund dann etwas karger und wieder das Spiel von Säure und leichter Süße. Auch hier sind es nur 11.5% Alkohol. Einen so leichten und tänzelnden Wein mit gleichzeitig so viel Grip muss man in so einem heißen Jahr erst einmal hinbekommen.

Auf 1. Fl. pro Kunde limitert

54,90 €

(73,20 €/L)

Berg Rottland 2016

Über den besagten Großhändler kam ich auch noch an zwei gereifte Lagen. Leider nur in sehr kleinen Mengen, so dass ich ihn auch noch nicht selber probieren konnte. Daher hier die Notiz vom Weingut selbst:

In der Nase zeigt sich ein Potpourri von Mango, Passionsfrucht und Holunderblüten. Dazu gesellen sich Limettenzesten und etwas Kumquats. Sehr schlank mit ausgewogener und zugleich präziser Frucht. Die Nase ist wieder zu erkennen und wirkt nicht überladen. Lange im Mund mit einem tollen Frucht-Säurefinale im Abgang, der enorm lange anhält. Ein Wein für jetzt und in 10-25 Jahren.

Auf 1. Fl. pro Kunde limitert

54,90 €

(73,20 €/L)

Berg Nonnenberg 2016

Über den besagten Großhändler kam ich auch noch an zwei gereifte Lagen. Leider nur in sehr kleinen Mengen, so dass ich ihn auch noch nicht selber probieren konnte. Daher hier die Notiz vom Weingut selbst:

In der Nase zeigt sich ein Potpourri von Mango, Passionsfrucht und Holunderblüten. Dazu gesellenIn der Nase zeigt er getrocknete Aprikosen, reife Birnen und gelbes Steinobst. Dazu gesellen sich primär ätherische Noten mit klären Ansätzen von weißem Pfeffer. Am Gaumen frisch, komplex und zugleich saftig. Zitronenabrieb und Nuancen von Wiesenkräutern sind zu spüren. Langes gradliniges und zugleich schlankes Finale, welches enorm lange anhält. Dieser Wein hat ein enormen Trinkfluss. Er wird Sie begeistern und ver- führt Sie in die Rieslingwelt des Weinguts. sich Limettenzesten und etwas Kumquats. Sehr schlank mit ausgewogener und zugleich präziser Frucht. Die Nase ist wieder zu erkennen und wirkt nicht überladen. Lange im Mund mit einem tollen Frucht-Säurefinale im Abgang, der enorm lange anhält. Ein Wein für jetzt und in 10-25 Jahren.

Auf 1. Fl. pro Kunde limitert

69,90 €

(93,20 €/L)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.